Bisherige Neuigkeiten

„Der beste Beruf der Welt“

BTK-DOZENTIN INGE H. SCHMIDT IM INTERVIEW

Zum Interview kommt Inge direkt aus ihrem Kurs „Form und Farbe/Aktzeichnen“ für Zweitsemester an der BTK. Mit lebendigen Gesten erklärt sie uns hellwach, um was es heute geht, wenn die Entscheidung für den Traumberuf Designer fällt.

Inge, vielleicht fangen wir einfach vorne an. Heute bist du ja erfolgreiche Künstlerin, aber wie bist du denn überhaupt zur Kunst gekommen?

Ich habe immer schon viel gekritzelt. Damals in der DDR bin ich bereits als 6-jähriges Mädchen zum Zeichenzirkel gegangen und habe einen festen Atelierplatz beim Maler Wilhelm Schmidt bekommen. Als ich das erste Mal den Geruch von Ölfarbe wahrgenommen habe, stand für mich fest „Das ist mein Leben“. Bis ich 17 Jahre alt war bin ich in dem Atelier geblieben.

Und danach bist du dann an eine gestalterische Uni gegangen?

Das ging nicht so einfach wie heute. Die DDR setzte eine abgeschlossene Berufsausbildung voraus. Heute finde ich das gar nicht so schlecht, es ist die berühmte „sichere Hinterbank“. Ich habe dann Germanistik und Kunstwissenschaft in Leipzig studiert. Erst danach konnte ich meine künstlerische Laufbahn einschlagen. Hier an der BTK gibt es ja auch ziemlich viele Studenten, die bereits eine andere Ausbildung haben oder die viel gereist sind oder ähnliches. Manche brauchen die Sicherheit, andere brauchen einfach mehr Zeit für ihre Entscheidung, Künstler, Designer oder Illustrator sein zu wollen.

Das heißt, du hast noch ein zweites Studium absolviert?

Ja. Meine Eltern waren immer gegen eine künstlerische Ausbildung aber ich habe mich letztendlich durchgesetzt: trotz Kleinstadt, trotz fehlendem Geld und auch trotz der DDR. Nach meinem Studium in Leipzig habe ich Malerei und freie Grafik an der Burg Giebichenstein in Halle studiert. Das war aber immer noch alles viel zu eng für mich, deswegen habe ich 1984 einen Ausreiseantrag gestellt und anschließend in West-Berlin an der UdK als weiterstudiert und meinen Abschluss als Meisterschülerin gemacht. Es war also ein langer Weg auf dem ich mich nicht von meinem Ziel hab abbringen lassen. Das ist etwas, was ich auch heute in den Mappenworkshops allen unseren Interessenten rate: „Vertretet euren Standpunkt“. Viele Interessenten sind unsicher, Eltern und Lehrer raten aus Angst oder Unkenntnis von einer gestalterischen Laufbahn ab. Ich sage dann immer, dass niemand schon vor seinem Studium perfekt ist, man wächst schließlich in der gestalterischen Ausbildung und erkennt erst dann sein eigenes Potenzial.

Wer Talent hat, wird es also gestalterisch zu etwas bringen?

Na, ja, Faulheit und Undiszipliniertheit sind natürlich in jedem Beruf Stolpersteine! Studenten sollten generell erst einmal alles nutzen, was ihnen angeboten wird. Egal ob Wettbewerbe, Workshops, Lectures, Netzwerk-Treffen, Mini-Aufträge, Beratungen zu Selbständigkeit oder Marketing ... so viele Angebote wie heute gab es noch nie! Auch Zuverlässigkeit ist ein großer Erfolgsfaktor. Allüren kann man sich gerade am Anfang natürlich nicht leisten. Ich habe meine Aufträge immer pünktlich abgeliefert und auch bei herausfordernden Arbeitsbedingungen Absprachen eingehalten. Mit der Zeit spricht sich so etwas herum und dann kommen natürlich Folgeaufträge.

Ist ein kreativer Beruf heute denn noch zeitgemäß? Oder ist es mehr das hippe Bild davon, was die meisten Interessenten anzieht?

Kreative Berufe sind meiner Meinung nach die Zukunft! Immer mehr herkömmliche Tätigkeiten werden durch Maschinen und bessere Technik ersetzt, in der Gestaltung geht das nicht. Der Mensch sehnt sich immer nach Geschichten und Bildern. Wer denkt, ich mach das mal, weil das schick ist, hat keine Chance, der hört auch nach wenigen Semestern wieder auf zu studieren. Die, die es ernst meinen, haben Liebe und Leidenschaft für ihre Tätigkeit - manchmal ist das sogar wichtiger als Talent - und empfinden ihr Tun als den besten Beruf der Welt!

Was genau guckst du dir denn dann in den Mappen an, wenn das Talent sich vielleicht erst in der Ausbildung zeigt?

Also wenn mir jemand zwei oder drei Arbeiten zeigt, ist das natürlich zu wenig. Vor allem, wenn man sich damit für einen Beruf entscheiden will, der ein Leben lang hält. Und ein bisschen Talent muss man natürlich auch mitbringen – ganz ohne geht es nicht! Aber der Vorteil von Privatschulen wie der BTK ist einfach, dass wir nicht von 800 Bewerbern nur 25 nehmen können. Die verbliebenen 775 sind ja nicht unbegabt. Wir können einfach den Bewerbern die Möglichkeit geben, ihr Ausbildung ohne Zeitverzögerung anzufangen.

Du hast es ja schon erwähnt, die BTK ist eine private Akademie und Hochschule. Was heißt das genau für die Studenten? Private Schulen müssen ja immer mal wieder mit Vorurteilen kämpfen ...

Ja, leider. Das hat sich in Deutschland noch längst nicht so durchgesetzt, wie in England oder den USA. Wir sind hier ja weder elitär noch schleusen wir jeden durch. Ich empfinde den Status „private Hochschule“ eigentlich als große Chance. Es gibt heute sehr viele kreative Menschen in unserer visualisierten Gesellschaft, die Design, Illustration etc. studieren wollen. Und die sollen eine Chance haben! So etwas gab es in meiner Jugend leider nicht. Viele, die gern etwas Kreatives studieren wollten und keinen Studienplatz bekamen, studierten ein anderes Fach, das aber nicht ihr Wunsch war. Unzufriedenheit war vorprogrammiert. Wir können hier an der BTK sehr individuell arbeiten. Ich gebe immer alles in meinen Kursen und versuche das Talent durch Nähe, individuelle Betreuung und ständigen Input zu fördern. Meistens gelingt das ganz gut.

In den Mappenworkshops, die du an der BTK anbietest - welche Fragen oder Probleme der Interessenten tauchen dort auf?

Ach, eigentlich haben alle ähnliche Probleme, bevor sie ein gestalterisches Studium beginnen. Oft sind es Ängste, das Richtige zu tun, sich für den richtigen Beruf und die richtige Zukunft zu entscheiden. Es herrscht halt ein bisschen der Druck, den idealen Beruf aus den Millionen Möglichkeiten auszuwählen, viele haben Angst, in eine Sackgasse zu gelangen, wenn sie ihrem „Hobby“ nachgeben. Aber genau dafür sind solche Angebote gut und ich versuche dann zu vermitteln, dass Niederlagen und Rückschläge normal und kein Grund aufzuhören sind, sondern dass man aus Fehlern lernt. Berufsaussichten sind auch ein großes Thema. Aber das Internet ist heute wirklich ein großer Hilfsfaktor, die Szene lernt sich viel einfacher kennen, man kann schnell seine eigene Marke kreieren.

Du bist ja heute deine „eigene Marke“, erfolgreiche Künstlerin und lehrst noch nebenbei an zwei Schulen. Wie schaffst du das?

Ich liebe einfach den Austausch mit meinen Studenten und würde aus diesem Grund auch nie meine Lehrtätigkeit ganz aufgeben, auch wenn ich im Atelier oder mit meiner neuen Ausstellung mehr als genug zu tun habe. Wie gesagt, es hängt viel mit Disziplin zusammen. Manchmal bin ich aber auch egoistisch und schließe mich quasi in meinem Atelier ein und arbeite wie eine Besessene. Dann gibt es kein Telefon, kein Internet, keine Türklingel – nur Stille.

Letzte Frage Inge - Was gibst du unseren Interessenten mit auf den Weg?

Ich versuche meine eigenen Erfahrungen weiterzugeben. Die Studenten sollen hellwach sein und Neues aufnehmen. Ein Studium gibt ihnen die Grundlagen an die Hand und letzten Endes müssen sie selbst etwas daraus machen, wie in jedem anderen Beruf auch. Wir können sie gezielt fördern, manchmal bin ich erstaunt, wie sehr sich unsere Studenten innerhalb eines Semesters verändern. Grundlegend finde ich auch, dass bei der Arbeit als Gestalter nicht nur die Sachlichkeit waltet, sondern immer auch die Emotion mitspielen muss.

Vielen lieben Dank für das Interview, Inge!

11.02.2013


*****

Foto-Studio Workshop am 16.02.2013

Samstag, 16. Februar 2012 11:00–16:00 Uhr

Du wolltest schon immer an einem professionellen Studio-Fotoshooting teilnehmen?

In diesem spannenden 5-stündigen Workshop machst Du inszenierte Portrait-Fotos mit einem Profi aus Hollywood!

Fotografie, Illustration, Motion Design oder Kommunikationsdesign?

Finde heraus, ob eine kreativ-künstlerische Ausbildung zu Dir passt! Informiere Dich am Samstag, 26. Januar 2013 im persönlichen Gespräch mit Dozenten und Studierenden über den praxisorientierte Ausbildung an der btk Akademie für Gestaltung.

Der Tag im Überblick

· Vorstellung der Akademie und Hochschule für Gestaltung

· Foto-Studio Workshop mit btk Dozent und Los Angeles Fine Art Fotograf James Higginson

Als Ausrüstung für diesen Fotoworkshop steht eine digitale Canon EOS 5D und moderne Kamera- und Beleuchtungstechnik bereit. Die Aufnahmen werden direkt an der Kamera besprochen und korrigiert, so wird sichergestellt, dass die bildnerische und technische Qualität der Aufnahmen jedes Teilnehmers optimiert wird. Anschließend gehen die Studierenden in die erlernte Praxis und retuschieren die Portraitfotos, bevor jeder Workshopteilnehmer sein perfektes Foto per Mail, als kleines Digitalkunstwerk erhält.

Unterhalte Dich mit Studenten der btk und schnuppere in Foto-Studio Workshop rein!

Bring Deine Freunde oder Eltern gerne mit. Wir freuen uns, Dich kennenzulernen!

Für die Anmeldung, bitte eine E-Mail mit dem Betreff "FOTO" an:

info@btk-ak.de

oder noch einfacher Online: >> zur Anmeldung

Dein btk Team

Berliner Technische Kunstschule
Akademie für Gestaltung
Bernburger Strasse 24-25
10963 Berlin

U-/S-Bahn Potsdamer Platz S-Bahn Anhalter Bahnhof

Foto: BTK Student



*****

Comic + Photoshop am 15.11.2012

Einladung zum Workshop
am Donnerstag, 15. November 2012 18.00 – 21.00 Uhr

Du hast tolle Illustrationen und möchtest, dass sie nach „mehr“ aussehen als einfach nur nach „bunt gemacht“?

Arbeite wie die Profis im Comic- und Illustrationsbereich und lerne von Marvin Clifford einfache Kniffe und Tricks wie man Adobe Photoshop für das Kolorieren von Strichzeichnungen anwenden kann.

Informiere Dich über eine Designausbildung an der btk Akademie für Gestaltung

In 3 Jahren kannst Du die kreative, praxisorientierte Ausbildung zum Kommunikationsdesigner absolvieren. Aktuelle und spannende Inhalte wie Fotografie, Editorial Design, Illustration, Advertising Design, Multimedia / Game Design und vieles mehr sind bei uns Ausbildungsinhalte, die Deinen Berufseinstieg in die Medienbranche vorbereiten.

Finde heraus, ob eine kreativ-künstlerische Ausbildung zu Dir passt! Informiere Dich am Donnerstag, dem 15. November 2012 vom 18:00 – 21:00 Uhr im persönlichen Gespräch mit Dozenten und Studierenden über die praxisorientierte Designausbildung an der btk Akademie für Gestaltung.

Der Abend im Überblick:
• Vorstellung der Akademie
• Comic + Photo-/Workshop mit Comiczeichner und btk Dozent
Marvin Clifford

Benutze ein Zeichentablett an Apple iMac und lasse deine Illustrationen mit Adobe Photoshop in neuem Glanz erstrahlen.

Marvin Clifford professioneller Illustrator und Comiczeichner (www.marvinclifford.com), Zeichner der Shakes & Fidget Comics, Zeichner für das MAD Magazin Deutschlands und Dozent an der btk Akademie für Gestaltung, zeigt dir wie es geht.

Für die Anmeldung, bitte eine E-Mail mit dem Betreff "COMIC" an:

info@btk-ak.de

oder noch einfacher Online: Comic + Photoshop Workshop jetzt anmelden!

Dein btk Team

Berliner Technische Kunstschule
Akademie für Gestaltung
Bernburger Strasse 24-25
10963 Berlin
in der Nähe Potsdamer Platz

T. 030 - 338 539 610



*****

(SEITE  1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13)